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Sind Arztbesuche während der Arbeitszeit erlaubt?

27. September 2018

Wenn Arbeitnehmer krank werden oder einen Unfall haben, dürfen Sie einen Arzt aufsuchen – und zwar jederzeit. Doch wenn kein akuter Notfall besteht, müssen sie Arzttermine in ihrer Freizeit wahrnehmen, Urlaub nehmen oder die versäumte Zeit nacharbeiten.

Grundsätzlich gilt: Arbeitnehmer haben keinen Anspruch auf bezahlte Freistellungen für „nicht notwendige Arztbesuche“. Insbesondere Routine und Kontrolluntersuchungen müssen möglichst so vereinbart werden, dass sie außerhalb der Arbeitszeit liegen. Ist dies nicht möglich, sollten Arbeitnehmer sich vom Arzt eine entsprechende Bescheinigung ausstellen lassen um die Termine wahrnehmen zu können und Probleme mit dem Arbeitgeber zu vermeiden. Wie mit den versäumten Stunden umgegangen wird, klärt man am besten vorher mit dem Chef. Denn ein Anspruch auf Vergütung der versäumten Zeit gibt es nicht.

Anders sieht es aus, wenn eine dringende, medizinische Versorgung des Arbeitnehmers notwendig ist – zum Beispiel bei fiebrigen Erkältungen, Zahnschmerzen oder Unfällen. Ausnahmeregelungen gibt es auch für bestimmte Untersuchungen die zeitlich festgelegt sind, wie etwa Blutentnahmen, die nur morgens auf nüchternen Magen vorgenommen werden können. In diesen Fällen hat der Arbeitnehmer ein Recht auf Vergütung während der verpassten Arbeitszeit.