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Darf ich das Handy am Arbeitsplatz aufladen?

23. August 2018

Ups, das rote Lämpchen blinkt – die Ladestandsanzeige des Handys signalisiert: Strombedarf! Nahezu jeder kenn diese Situation – der Akku ist gleich leer und das natürlich in der unpassendsten Situation. Darf man sich jetzt einfach an einer fremden Steckdose bedienen? Und wie sieht das Ganze am Arbeitsplatz aus?

In vielen Unternehmen ist das Anschließen privater elektrischer Geräte wie Radios, Handys oder Kaffeemaschinen erlaubt. Das ist aber nicht in allen Betrieben so. Und bevor man seine Geräte anschließt, sollte man kurz seinen Vorgesetzten fragen.

Es ist noch nicht allzu lange her, da sorgte ein Kündigungsschutzprozess zum Thema „Stromdiebstal“ für Aufsehen. Ein Mitarbeiter hatte am Arbeitsplatz für eineinhalb Stunden sein Handy aufgeladen und erhielt aufgrund dessen seine Kündigung. Der errechnete Schaden lag bei 0,014 Cent – also 0,00014 Euro. Und das war nicht der einzige Fall, in dem dieser Sachverhalt vor einem Arbeitsgericht verhandelt wurde.

Unseres Wissens gibt es noch keine Kündigung, die sich ausschließlich auf Stromklau bezogen hat und vor Gericht Bestand hatte – zumindest nicht ohne vorherige Abmahnung. Aber Vorsicht: Ist das Aufladen oder Anschließen elektrischer Geräte untersagt, kann eine Zuwiderhandlung als eine Straftat wegen des Entziehens elektrischer Energie nach § 248c StGB gewertet werden. Das kann durchaus eine Abmahnung rechtfertigen und im Wiederholungsfall auch zur Kündigung führen.